Besenreiser – harmlos oder behandlungsbedürftig?

Besenreiser (medizinisch: Teleangiektasien) sind feine, rötlich-bläuliche Äderchen, die sich netzartig unter der Haut abzeichnen – meist an den Beinen. Sie entstehen, wenn kleine Blutgefässe ihren Tonus verlieren und sich erweitern. Medizinisch sind sie in der Regel harmlos, können jedoch auf eine beginnende Venenschwäche hinweisen und stellen für viele Betroffene eine ästhetische Belastung dar.

Anders verhält es sich mit Krampfadern (Varizen): Hier handelt es sich um größere, erschlaffte Venenäste, die das Venensystem dauerhaft belasten und unbehandelt zu ernsthaften Beschwerden wie Beinschwellungen, Schweregefühl und im schlimmsten Fall zu Thrombosen führen können.

Wann ist eine Untersuchung sinnvoll?

Bevor eine Behandlung erfolgt, empfehle ich stets eine Beinvenen-Duplex-Untersuchung. Diese zeigt, ob das tiefe Venensystem betroffen ist, ob ein Rückfluss (Reflux) vorliegt und wie ausgeprägt die Venenschwäche ist.

Eine genaue Diagnose ist besonders wichtig, wenn folgende Symptome vorliegen:

  • Schwere, müde oder geschwollene Beine – besonders abends
  • Kribbeln, Brennen oder Schmerzen in den Beinen
  • Sichtbare, hervortretende Krampfadern
  • Besenreiser, die sich rasch ausbreiten
  • Hautveränderungen an den Unterschenkeln

Was ist Mikrosklerotherapie?

Die Mikrosklerotherapie ist die Standardmethode zur Behandlung von Besenreisern und kleinen Seitenästen. Dabei wird mithilfe einer sehr feinen Nadel ein spezielles Verödungsmittel (Sklerosierungsmittel) direkt in die betroffenen Gefässe injiziert.

Das Mittel reizt die Gefässinnenwand gezielt, was dazu führt, dass die Ader vernarbt und schließlich nicht mehr sichtbar ist. Der Körper baut das behandelte Gefäss in den folgenden Wochen langsam ab.

Die Behandlung ist:

  • Nahezu schmerzfrei – nur ein minimales Stechen
  • Narbenlos – keine Schnitte, kein Eingriff
  • Ambulant – Sie verlassen die Praxis sofort nach dem Termin
  • Kurzfristig verfügbar – keine Überweisung nötig (IGeL)
  • Ca. 20–30 Minuten pro Sitzung

Wie viele Sitzungen sind nötig?

Das hängt vom Ausmaß der Besenreiser ab. In der Regel sind 1–3 Sitzungen ausreichend, um gute Ergebnisse zu erzielen. Manche Patienten sind nach einer einzigen Behandlung zufrieden, andere benötigen Nachbehandlungen – insbesondere bei ausgedehnten Netzen.

Zwischen den Sitzungen sollte mindestens 4–6 Wochen Abstand liegen, damit die behandelten Gefässe sich vollständig zurückbilden können.

Was gilt es nach der Behandlung zu beachten?

  • Kompressionsstrümpfe für 1–2 Tage tragen
  • Direkte Sonnenbestrahlung auf behandelten Stellen für 4 Wochen meiden
  • Heisses Baden, Sauna und Sport für 24–48 Stunden pausieren
  • Normale Alltagsaktivitäten sofort wieder möglich

Kleinere Rötungen, Schwellungen oder bräunliche Verfärbungen nach der Behandlung sind normal und bilden sich innerhalb weniger Wochen zurück.

Mein Fazit als Gefässspezialistin

Besenreiser sind mehr als nur Kosmetik – sie können ein Frühzeichen für eine Venenschwäche sein. Ich empfehle meinen Patientinnen und Patienten immer, zuerst eine Venendiagnostik durchzuführen, bevor wir behandeln. Nur so können wir sichergehen, dass keine tieferliegenden Ursachen übersehen werden.

Die Mikrosklerotherapie ist dann eine sehr effektive und schonende Methode – mit sehr guten langfristigen Ergebnissen, wenn sie fachgerecht durchgeführt wird.

MUDr. Gabriela Esmaaiel
Fachärztin für Innere Medizin · Internistische Gefässdiagnostik Hameln